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Komplikationen bei der Chirotherapie

Obwohl Komplikationen in der Chirotherapie äußerst selten sind, wird trotzdem in der Presse immer wieder in übertriebener Form darüber berichtet.

Verantwortlich für diese Zwischenfälle, für die der Chirotherapeut zu Recht oder zu Unrecht beschuldigt wird, ist eine Bindegewebsschwäche, die die Gefäße entlang der Halswirbelsäule, welche das Hirn versorgen, leichter reißen läßt. Dabei kommt es zu einer Einblutung in die Gefäßwand. Ist diese mehr in den Innenraum, also gegen den Blutstrom gerichtet, verengt sich die Blutbahn. Ist sie mehr nach außen gerichtet, entsteht eine Vorwölbung nach außen, aus der sich später ein sogenanntes Aneurysma bilden kann.

Auszug von: Deutsche Gesellschaft für Chirotherapie e. V.

Thema des Monats November 2001:
Auch ein Riß der Gefäßinnenhaut mit nachfolgender Bildung eines Blutgerinnsels ist möglich. Wenn sich das Blutgerinnsel löst, kann es das Gefäßsystem völlig verschließen. Die Folgen dieser Störungen werden im Volksmund als Schlaganfall bezeichnet. Sie können sich völlig zurückbilden oder auch als mehr oder weniger starke Behinderungen zurück bleiben. In ganz seltenen Fällen sind auch Todesfälle möglich.

Es gibt derzeit keine uns bekannte Untersuchungsmethode, an der wir gefährdete Personen erkennen können. Natürlich achtet ein verantwortungsbewußter Arzt darauf, ob bereits irgendwelche, auch nur geringste Auffälligkeiten vorliegen.

Das klingt erschreckend, und der Patient fragt sich, ob er ein solches Risiko eingehen soll.

Als Hilfe zur Risikoabschätzung, die nur an Hand vorhandener Daten (so weit diese überhaupt vorliegen, meist handelt es sich nämlich um Schätzungen) und im Vergleich mit anderen Behandlungsmethoden möglich ist, veröffentlichen wir hier einige Daten.

Bekanntlich werden in Amerika die meisten Chirotherapien gemacht, schätzungsweise 270 Millionen jährlich, wobei es sich bei den Therapeuten sehr oft nicht um Ärzte handelt.

1999 wurden in einer Arbeit sämtliche in der englischsprachigen Literatur beschriebenen Schlaganfälle zusammengefaßt. Es handelte sich um insgesamt 367 Fälle, die auf die oben genannten Ursachen zurückgeführt wurden.

Dabei wurden als Auslöser folgende Ursachen aufgelistet:

160 spontane Gefäßverschlüsse ohne äußere Ursache (43 %),
nach Chirotherapie 155 Fälle (31 %),
nach Bagatelltraumen 58 Fälle (16 %),
durch massive Gewalteinwirkungen 37 Fälle (10 %).

Bagatelltraumen können durch Arbeiten entstehen, die über Kopf ausgeführt werden, wie zum Beispiel Fensterputzen, Tapezieren, Aufhängen der Vorhänge.

Sehr häufig wurde eine Drehbewegung beim Rückwärtseinparken angegeben. Auch sportliche Aktivitäten wie Ballspiele oder Zwangshaltungen wie das Einklemmen des Telefons zwischen Hals und Schulter bei einem längeren Gespräch, ja selbst das Festziehen eines Fahrradhelms wurden als Ursache genannt.

Daraus läßt sich bereits ersehen, daß die Chirotherapie nur in einem knappen Drittel der Fälle überhaupt als Auslöser diskutiert wird. Sogar dieses Drittel läßt sich weiter einengen, wenn ein gut ausgebildeter Chirotherapie aufgesucht wird. Dieser beherrscht nicht nur die Diagnostik, sondern erkennt, soweit vorhanden, diskrete Zeichen eines Gefäßverschlusses. Er sorgt auch mit einer schonenden Technik für ein minimales Risiko. In Zahlen ausgedrückt – wir sind auf Schätzungen angewiesen – kommt ein Zwischenfall auf 750.000 bis 2 Millionen Behandlungen. Ernstere Zwischenfälle liegen jenseits von 1,4 Millionen Behandlungen.

Der Tagespresse sind dagegen Risiken anderer Behandlungsformen zu entnehmen:

Im Jahre 1998 gab es allein in Deutschland 250.000 schwere Nebenwirkungen bei medikamentöser Behandlung, mit ca. 25.000 Todesfällen. Bei etwa 4,8 Millionen Narkosen sterben bei uns jährlich 20 Patienten, wobei die behandelnden Ärzte von einer “sicheren Disziplin” sprechen. Allein durch Viagra wurden 522 Todesfälle bis zum Sommer 2000 beschrieben, wobei die Dunkelziffer sehr hoch ist. Es werden zehnmal so viele Todesfälle angenommen.

Amerikanische Autoren haben Acetylsalicylsäure, die in sehr vielen Schmerz- und Blutverdünnungsmitteln enthalten ist, und Chirotherapie verglichen. Dabei lag die Nebenwirkungsquote der Medikamente 400 Mal höher und das Risiko eines Todesfalles 4.000 Mal höher.

So bedauerlich jeder Zwischenfall ist, bei dem ein Patient zu Schaden kommt: Eine risikofreie Behandlung gibt es nicht. Aber anhand dieser Zahlen leuchtet wohl ein, daß die Chirotherapie eine äußerst risikoarme Methode ist, die anderen, vergleichbaren Behandlungsmethoden überlegen ist. Während andere Gefahren als unvermeidlich hingenommen werden, werden die wenigen Zwischenfälle die man der Chirotherapie zuschreibt, in geradezu sensationslüsterner Weise, vermutlich aus Unkenntnis, hochgespielt.

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