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Sanfte Griffe helfen heilen

Eine neue Therapieform erzielt erstaunliche Erfolge. Mit Hilfe von sanften Griffen versuchen Osteopathen, Funktionsstörungen im Körper zu beseitigen.

  • Wie Osteopathie funktioniert
  • Wann Osteopathie Babys und Kleinkindern helfen kann

Dieser Artikel wurde aus “BABY” April 2000 (eine Zeitschrift der Apotheke) entnommen.

Wie Osteopathie funktioniert

Das Ziel der Osteopathen ist es, das Individuum als Ganzes wieder optimal funktionieren zu lassen. Um die Funktionsstörungen zu beseitigen, brauchen sie keine großen Appartemedizin: Ihre geübten Hände und verschiedene Grifftechniken genügen. Durch Abtasten des Körpers, seiner Muskeln und Bänder sollen Einschränkungen erfühlt werden. Dazu müssen Osteopathen in Ihrer fünfjährigen Ausbildung unter anderem genaue Kenntnisse über die Anatomie, Physiologie und Neurologie des menschlichen Körpers erlangen.

Durch schmerzfreies, sanftes Ziehen oder Drücken der betroffenen Körperteile, das können je nach Befund z.B. Schädelknochen oder Darm sein, will der Osteopath erreichen, dass sich Stauungen bei Blutgefäßen, Lymph- und Nervenbahnen wieder lösen. So sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützt werden. Um eine treffende Diagnose stellen zu können, braucht der Osteopath vor der Behandlung umfangreiche Informationen über den Gesundheitszustand, die bei Erwachsenen zuweilen bis in die Kindheit zurückreichen können. Außerdem muss der ganze Körper abgetastet werden, um Beweglichkeits-Einschränkungen auszumachen.

Wann Osteopathie Babys und Kleinkindern helfen kann

Bei Kindern und Säuglingen ist die bisherige Krankengeschichte in der Regel noch kurz. Aber: Der anstrengende Weg des kindlichen Kopfes durch den weiblichen Geburtskanal kann die Lage der Schädelknochen zueinander so verschieben, dass sie Druck auf Nervenbahnen oder Blutgefäße ausüben

Bei Schrei- und Spuck-Kindern sind nach Ansicht der Osteopathen vor allem der Zungen-Schlund- Nerv und der Eingeweidenerv in Mitleidenschaft gezogen. Wird Letzterer in seiner Aktivität gehemmt, kann die Verdauung gestört sein, was z.B. zu Spucken, Blähungen oder Koliken führt. Der Osteopath versucht nun durch sanfte Griffe, die Schädelknochen wieder in ihre Anatomisch richtige Lage zu schieben bzw. zu drücken, um Nervenbahnen und Blutgefäße zu entlasten.

Eine Kleinkindbehandlung kostet zwischen 60 und 80 Mark. Die gesetzlichen Krankenkassen geben keinen Zuschuss. Akute Erkrankungen sowie Verletzungen kann ein Osteopath nicht heilen, diese organischen Fälle gehören in die Hände der Schulmediziner.

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