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Schiefhals bei Kindern

Der Schiefhals ist eine weit verbreitete Dysfunktion mit vielen Ursachen: neben Geburtsfolgen und Unfällen können auch Dysfunktionen der Halswirbelsäule, Fehlbelastung oder angeborene knöcherne Fehlbildungen wie auch emotional belastende Erlebnisse oder psychische Störungen zugrunde liegen.

Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen sollte in Abhängigkeit der osteopathischen Untersuchungsbefunde eine umfassende schulmedizinische Diagnostik mit Laborwerten, insbesondere Entzündungsparameter, Röntgen, evtl. auch CT, NMR sowie Funktionstests durchgeführt werden. In diesem Artikel wird nur auf den muskulären Schiefhals im Detail eingegangen. Die anderen Dysfunktionen werden nur kurz erläutert.

Artikel aus der Zeitschrift Osteopathische Medizin Heft 1/2001, Urban&Fischer,
Verfasser: Norbert Neumann

Formen des Schiefhalses

  • Muskulärer Schiefhals
  • Knöcherner Schiefhals
  • Hysterischer Schiefhals
  • Entzündlicher Schiefhals
  • Rheumatischer Schiefhals

Ursachen und Behandlung des muskulären Schiefhalses

Definition

Fixierte, durch einseitige Verkürzung des M. sternocleidomastoideus und/oder des M. trapezius hervorgerufene Zwangshaltung des Kopfes mit Neigung zur erkrankten und Drehung zur Gegenseite.

Ätiologie und Pathogenese

Ein muskulärer Schiefhals kann entstehen durch

  • Intrauterine Zwangslagen (z.B. Steißlage, Zwillingsgeburten usw.)
  • Geburtstraumatische Schäden am M. sternocleidomastoideus
  • Asymmetrische postnatale Entwicklung bei einer Schräglagendeformität
  • Schädigungen und /oder Dysfunktionen des Foramen jugulare
  • Störungen im Bereich von Occiput, Atlas und Axis ( O.A.A.-Gebiet)
  • Intraoccipitale strains
  • Bilaterale kondyläre Kompressionen
  • Dysfunktionen der Suturen
  • Dysfunktionen des Gesichtsschädels
  • C2/C3 Dysfunktionen
  • Becken Dysfunktionen
  • Dysfunktionen der Augen

Hinweis: Bei längeren Bestehen eines Schiefhalses entsteht häufig eine Gesichtskoliose. Sie ist die Folge und nicht Ursache eines muskulären Schiefhalses.

Magoun spricht beim Geburtsvorgang von einem Whiplash oder Schleudertrauma , das entweder über eine daraus folgende Dysfunktion z.B. Blockade im O.A.A.-Gebiet oder durch eine Verschiebung verschiedenster Schädelknochen zum Schiefhalssyndrom führen kann.

Bei Dysfunktionen des Foramen jugulare

Aufgrund einer Dysfunktion kann es zu einer Verengung des Formanes jugulare und damit einer Dysfunktion der durchtretenden Strukturen kommen . Folgende Strukturen können betroffen sein:

  • N. vagus (X. Hirnnerv)
    Dabei können sich Störungen des gesamten Magen Darm Systems entwickeln z.B. Drei-Monatskoliken
  • N. accessorius (XI. Hirnnerv)
    Bei Dysfunktionen des N. accessorius kommt es zu einer Atrophie des oberen Anteils des M. trapezius und zu einem Schultertiefstand. Ist der proximale Anteil des Nerves betroffen kommt es zusätzlich zu einer Dysfunktion des M. sternocleidomastoideus
  • N. glossophayrngeus (IX. Hirnnerv)
    Bei einen Ausfall dieses Nerves kommt es zu einer Sensibilitätsstörung im Bereich des Gaumens.
  • V. jugularia
    Es kommt zu einer Kompression der V. jugulare mit daraus folgender venöser Stauung

Dysfunktionen der Augen

Eine weitere Ursache eines muskulären Schiefhalses ist eine Dysfunktion der Augen, z.B ein Ausfall der Mm. rectus superior/inferior/medialis, des M. obliquus inferior und des M. palpebrae. Es kommt zu unterschiedlichen Erscheinungsbildern wie Doppelsehen in allen Lagen oder einseitig. Abduktionseinschränkungen, usw.

Dies wird von Kindern sehr häufig durch einen Schiefhals kompensiert. Desweiteren kommt es zusätzlich zu einer Reizung der Dura mater über die Verbindung mit der Augenmuskulatur (Gleitlagerstörungen).

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